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Der Honig

Honig ist eingefangener Sonnenschein. Als Nektar oder Honigtau von den Bienen gesammelt und mit körpereigenen Stoffen veredelt, ist Honig ein besonderes Lebenselexier. Honig ist ein unverfälschtes Naturprodukt, das wir dem sprichwörtlichen Fleiß der Bienen verdanken. Sie müssen drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen, um Nektar für ein Kilogramm Honig zu sammeln. Das sind rund 60 000 Ausflüge vom Bienenstock zu den Blüten und zurück, was einer Flugstrecke von sechs Erdumrundungen entspricht! Schon beim Aufsammeln werden Nektar und Honigtau durch die Bienen verarbeitet und mit körpereigenen Sekreten angereichert. Bienenvölker haben im Juni ca. 30’000 bis 50’000 Bienen.
Die Bienen haben zwei Magen - davon einer der sich Honigmagen nennt. Der gesammelte Nektar wird im Honigmagen veredelt (invertiert) und daraus entsteht dann der Honig - daher auch der Name Honigbiene. Andere Insekten produzieren kein Honig.

Honig besteht zur Hauptsache aus verschiedenen Zuckerarten: Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und Mehrfachzucker (Melizitose) machen den Hauptanteil aus. Es sind aber die essentiellen Aminosäuren sowie Fermente (Enzyme), Mineralstoffe, Inhibine und über 100 verschiedene Aromastoffe, die aus Honig bedeutend mehr als nur Zucker und Wasser machen.
Unter den Inhaltsstoffen sind besonders die Inhibine hervorzuheben. Dies sind Wirkstoffe, die in der Lage sind, Bakterien und andere Mikroorganismen abzutöten oder am Wachstum zu hindern. Außerdem sind diese für eine gesunde Lebenstätigkeit der menschlichen Zellen, für Gewebe und Organe wichtig.

Unentbehrlich für den menschlichen Ernährungshaushalt sind auch die enthaltenen Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Calcium, Natrium, Eisen, Phosphor und Jod. Chemisch vereinfacht gesehen bilden wechselnde Mengen von Trauben- und Fruchtzucker die Hauptbestandteile des Honigs. Hinzu kommen, je nach Sorte, weitere Zuckerarten. Er ist daher ein schnell und nachhaltig wirkender Kraft- und Energiespender, der zudem den Körper kaum belastet und daher besonders von Sportlern sehr geschätzt wird.
Die Imkerei ist ein uraltes Handwerk, das an Bedeutung in Bezug auf die Naturerhaltung immer wichtiger wird. Ohne Bienen ist eine flächendeckende Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen nicht gewährleistet. Nur so können die vielfältigen Erscheinungen der Natur erhalten werden. Durch den Kauf von Bienenprodukten aus heimischer Produktion unterstützen Sie die Bestäubung unserer Natur- und Kulturlandschaft.

Geschmack und Honigsorten
Je nach Herkunft gibt es die verschiedensten Honigsorten. Jeder Honig hat seinen eigenen Geschmack und eine für ihn typische Farbe. Man unterscheidet Blütenhonig und Waldhonig.
Diese unterscheiden sich wiederum in Honigsorten; Rapshonig, Lavendelhonig, Sonnenblumenhonig, Akazienhonig, Kastanienhonig, Tannenhonig, Berghonig, Alpenrosenhonig usw. Charakteristisch für bestimmte Honigsorten ist der darin enthaltene Leitpollen. Farbe und Geschmack haben meistens eine Beziehung zueinander.
Schon seit langem ist bekannt, dass Honig bei der Wundheilung hilft und gegen Entzündungen wirkt. Außerdem besitzt er eine antiseptische Wirkung.
Helle Honige schmecken mild, die dunklen kräftig und würzig. Blütenhonige sind hell bis goldgelb.
Er entsteht, wenn die Bienen Nektartröpfchen aus Blütenkelchen sammeln, den Nektar mit körpereigenen Stoffen (Enzymen) anreichern und in den Waben ausreifen lassen.
Waldhonig ist dunkelbraun bis grünschwarz. Er entsteht, wenn die Bienen die süssen Ausscheidungen (Honigtau) von Blatt-, Rinden- oder Schildläusen einsammeln, körpereigene Stoffe beimengen und ebenfalls in den Waben ausreifen lassen.

Honigsorten aus unserer Imkerei
Bei uns wird im Normalfall zweimal im Jahr geerntet. Daher sind aus unserer Imkerei geernteten Honige keine reinen Sortenhonige. Geschmack und Konsistenz können sich von Jahr zu Jahr -sogar von Bienenvolk zu Bienenvolk ändern. Je nachdem was die jeweiligen Suchbienen finden.

Ernte des Blütenhonigs Anfangs Juni:
Vor allem von Obstbäumen, blühenden Wiesen, Löwenzahn, Raps und viele mehr

Ernte Anfangs August:
Sommerblüten, Blatthonige sowie Waldhonig
Von Juni bis Anfang August bringen die Bienen den Honigtau von verschiedenen Laub- und Tannenbäumen sowie einen grossen Anteil an Blüten von verschiedenen Pflanzen und Bäumen. (Rosskastanie, Akazien, Brombeere, Linde, Weissklee, Phacelia, Sonnenblume uvm.)

Wald- oder Tannenhonig:
Die Rottanne wird ua.von den Fichtenquirlschildläusen und der Schwarzen-Fichtenrindenlaus bevölkert. Da der Melizitosezuckeranteil der Schwarzen-Fichtenrindenlaus bis ca. 60% erreicht, neigt dieser Melizitosehonige (oder Zementhonig) dazu schon in den Waben zu kandieren und kann dann nur schlecht geschleudert werden. Die Rottanne "honigt" vor allem im Juni und Juli.
Für Honigtauhonig ist die Weisstanne die zweitwichtigste Quelle. Am bedeutensten für die Honigtauproduktion ist die Grüne Tannenhoniglaus (Buchneria). Die Weisstanne "honigt" im Juli und August.
Die Entwicklung der Läuse ist sehr witterungsabhängig. Schon ein starkes Gewitter kann einen Grossteil der Läuse von den Bäumen waschen. So wird die Hoffnung auf den begehrten Waldhonig zunichte gemacht. Beim Waldhonig kann trotz der dunklen Farbe der Blütenhoniganteil recht hoch sein, daher kann auch der Waldhonig zur Kristallisation neigen.
Abhängig vom klimatischen Verlauf des Jahres kann es vorkommen, dass nicht jedes Jahr die aufgeführten Honigsorten geliefert werden können, weil sie gar nicht oder nur in begrenzten Mengen geerntet wurden. Geschmack, Duft, Farbe und Beschaffenheit sind natürlich nicht jedes Jahr gleich, aber immer wieder schmecken Sie die Natur.

Pollen
Eine weit verbreitete Nutzung des Pollens liegt in der Ernährung. Der süßlich schmeckende Pollen ist reich an Eiweiß mit Enzymfunktion sowie 22 Aminosäuren und hat einen hohen Gehalt an Vitamin B. Mehr als 100 biologische Aktivstoffe wurden nachgewiesen.(aus http://de.wikipedia.org/wiki/Pollen)
Im Blütenhonig befinden sich schon sehr grosse Mengen an Pollen. Im Akazienhonig befinden sich 920, Kastanienhonig 28800, Löwenzahnhonig 3360 und Rapshonig 7500 Stk. Pollen pro Gramm Honig. (gemäss Stefan Bogdanov)

Kristallisation – ein Qualitätszeichen
Wenn der Honig vom Imker aus den Honigwaben ausgeschleudert wird, ist er dünn- bis zähflüssig. Mit der Zeit kristallisiert flüssiger Honig. Das Kristallisieren des Honigs ist ein natürlicher Prozess, der bei jeder Honigsorte früher oder später eintritt. Die unterschiedliche Kristallisation ist abhängig von den Vegetationsbedingungen auf den Bienenweiden, dem Verhältnis von Trauben- und Fruchtzucker und dem Wassergehalt.
Helle Honige, mit einem hohen Traubenzuckeranteil, kristallisieren schneller als dunkle Honige, in denen der Fruchtzuckeranteil überwiegt. Die Kristallisation kann sich über Wochen oder Monate erstrecken.
Bei wasserarmen Honigsorten kann Blütenbildung auftreten. Beim Kristallisieren entstehen zwischen Glaswand und Honig feinste Hohlräume, in die Luft eindringt. An diesen Stellen erscheint der Honig weisslich. Blütenbildung ist also ein natürlicher Prozess, der die Honigqualität nicht beeinträchtigt.
Der Wassergehalt bei Schweizer Bienenhonig darf höchstens 18% betragen.
Crémiger Honig wird, sobald der Honig beginnt zu kristallisieren, ca. 3x innert einer Woche 5 Min. gerührt - die Kristalle werden mit dem Rühren kleiner und der Honig kandiert dann viel feiner, so lässt sich der Honig besser aufs Brot streichen.

Lagerung
Honig kann im Gegensatz zu fast allen anderen Nahrungsmitteln bei optimaler Lagerung (kühl,dunkel) über Jahre hinweg ohne Qualitätseinbusse gelagert werden. Wird Honig in feuchten Räumen aufbewahrt oder offen in den Kühlschrank gestellt, besteht die Gefahr der Gärung. Darum lagern sie den Honig gut verschlossen und vor Licht und Wärme geschützt.
Viele der im Honig enthaltenen wertvollen Wirkstoffe sind hitzeempfindlich und werden durch Temperaturen von über 40°C zerstört. Verflüssigen Sie deshalb kristallisierten Honig - wenn erwünscht - nur, indem Sie das Honigglas im Wasserbad bis 40°C erwärmen.

"Kaltgeschleudert" ist Standard
Den meisten Imkern stellt es die Nackenhaare auf, wenn ein Kunde die Frage stellt: "Ist Ihr Honig kalt geschleudert?"
Honig wird bei einer idealen Temperatur zwischen 20° und 30°C geschleudert. Nach der Entnahme der Honigwaben aus dem Bienenvolk zur Schleuderung bei über 30°C müssen die Honigwaben zuerst abkühlen, da der Bienenwachs dann zu weich ist und die Waben bei der Schleuderung kaputt gehen könnten. Die immer wieder zu lesenden Bezeichnungen auf Honiggläsern "besonders wertvoll da kalt geschleudert" ist somit schlichtweg eine Verbrauchertäuschung, kaltgeschleudert ist Standard.
Die Beschaffenheit gibt einen wichtigen Hinweis. Frühjahrs- und Sommerhonige kristallisieren beispielsweise aufgrund ihres hohen Traubenzuckeranteils relativ schnell aus. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der Honig ist keineswegs ”verzuckert”. Das auf vielen Honigetiketten ausgewiesene Qualitätsmerkmal ”kaltgeschleudert” hat keinen besonderen Wert. Kaltgeschleudert ist nämlich seit Erfindung der Honigschleuder jeder Honig, da es das schonendste Honiggewinnungsverfahren ist.